Ein Suchstein für das Bergvolk

Was lange währt… wird endlich gut! Das können wir nun auch über den „Suchstein“ von Henning Schindler sagen, der inzwischen seinen Platz in der Kurve der Bergstraße vor Haus Nr. 26 gefunden hat. Schindler hat besagte Steinskulptur im Rahmen der Sommerwerkstatt künstlerisch bearbeitet und wollte ihn anschließend auf dem Moritzberger aufstellen. Ganz einfach war das ganze Unterfangen allerdings nicht, aber der Reihe nach:
Im Zuge der Sanierung der Christuskirche 2009 wurden auch einige Steine ausgetauscht. Der „Sommerwerkstatt Moritzberg“ – eine von einer Gruppe von Künstlern jährlich im Stadtteil durchgeführte Projektwoche, in der diese eine Woche lang täglich zusammen künstlerisch arbeiten – wurde einer dieser Steine zur Verfügung gestellt und von Henning Schindler bearbeitet. „Der von mir so genannte „Suchstein“ beinhaltet verschiedene Motive und Darstellungen aus dem Bereich Meerestiere, Wasser und Bewegung. Der Betrachter kann je nach Einblick und Standort im „Suchstein“ die verschiedensten Sachen erkennen“, so der Künstler.
Da der Stein aus einem Material mit direktem Bezug zum Moritzberg gefertigt wurde, beschloss Henning Schindler den „Suchstein“ dem Bergvolk zu überlassen. Also schrieb er Anfang September 2011 an die Stadt und äußerte seinen Wunsch den Stein als Sachspende der Stadt Hildesheim bzw. genauer gesagt dem Moritzberg zu spenden. Einen geeigneten Platz hatte er schon ausgeguckt und für die Aufstellung sowie den Transport wollte er im Zuge der Spende ebenfalls gern sorgen.
Im November 2011 wurde der Ortsrat neu eingeführt und nahm sich fortan der Sache an. Doch aufgrund einiger Schwierigkeiten und Missverständnissen konnte erst Anfang 2014 der Vorgang auf die Zielgeraden geführt werden. Nach einer Ortsbegehung mit Vertretern der Stadt, bei der der endgültige Standort festgelegt wurde, wurde Anfang März der Stein schließlich mit Unterstützung der Firma „Polivka“ an seinen Bestimmungsort transportiert und aufgestellt.
Jetzt fehlte nur noch die offizielle Übergabe bzw. Einweihung, so dass sich die Beteiligten für das Bergfest als idealen Rahmen entschieden. Gesagt, getan. In einem kleinen Festakt wurde während des Bergfestes am 20. September der „Suchstein“ von Henning Schindler an die Moritzberger übergeben und vom stellvertretenden Ortsbürgermeister, Matthias König, in Empfang genommen. Dieser würdigte in seiner Ansprache das tolle (Bürger-)Engagement von Henning Schindler und bedankte sich für die vom ihm gestaltete Steinskulptur sowie sein Durchhaltevermögen.
Es folgte eine Dreifachtaufe: Erst übergoss die Enkelin des Künstlers den Suchstein mit ihrer kleinen Gießkanne, so dass der Stein sein Farbenspiel ein erstes Mal aufzeigte, anschließend folgte die obligatorische Taufe mit Sekt durch Henning Schindler, der dann noch beherzt einen großen Eimer Wasser hinterher kippte. Damit ging der Suchstein endgültig an die Moritzberger über und die Protagonisten stießen mit einem Glas Sekt auf den erfolgreichen Abschluss des Vorgangs an.
Ein herzliches Dankeschön an Henning Schindler!

Matthias König

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